
Tschernobyl 86 – Der Super-GAU
Deutschland
Archivbilder zeigen Tschernobyl, die Folgen und den Streit darum
Worum geht's
Du gehst zurück zum 26. April 1986 und erlebst die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl als reine Chronik aus Archivbildern. Statt nachgestellter Szenen oder erklärender Kommentarstimme setzt der Film auf damalige Aufnahmen aus Sowjetunion, DDR und BRD: vom explodierten Kraftwerk über hektische Einsatzkräfte bis zu Menschen, die der unsichtbaren Strahlung ausgesetzt sind. Im Mittelpunkt stehen Liquidatoren, Betroffene und die ersten politischen Reaktionen auf einen Unfall, dessen Ausmaß lange unklar bleibt.
Spannend wird dabei weniger ein einzelner Held als der Kontrast der Blickwinkel. Du siehst, wie in der Sowjetunion und der DDR verharmlost, beschwichtigt oder geschwiegen wird, während in der BRD Angst, Debatten und Fragen nach den Folgen der Atomkraft dominieren. So erzählt der Film nicht nur von einer technischen Katastrophe, sondern auch davon, wie Staaten, Medien und Gesellschaften mit Unsicherheit umgehen — zwischen Improvisation, medizinischen Folgen und der Suche nach Kontrolle in einer Lage, die sich kaum beherrschen lässt.
Kritiken
Als erschütternde, instruktive Chronik überzeugt der Film durch starke Archivbilder, kluge Collage-Montage und den Verzicht auf erklärende Off-Stimme; insgesamt sehr sehenswert.
Aufregende, eindringliche Zeitreise ohne Belehrung. Das starke Archivmaterial und die kluge Gegenüberstellung von Verharmlosung und Hysterie machen die Doku sehenswert.
Auch erschienen in: Abendzeitung München, Leipziger Volkszeitung, Ostsee-Zeitung






