Tatort - Wien - Gegen die Zeit – Szenenbild

Tatort - Wien - Gegen die Zeit

In Wien führt ein Mord in einem Jugendheim zu heiklen Ermittlungen

2026 · Deutschland

Wertung
9
/ 10

Worum geht's

Im Wiener „Sonnenhof“, einer sozialpädagogischen Wohngemeinschaft für Jugendliche mit schwieriger Vergangenheit, stürzt Einrichtungsleiter David Walcher in den Tod. Für Bibi Fellner und Moritz Eisner führt der Fall an einen Ort, der für seine Bewohner als letzte Chance gilt und nun ins Wanken gerät. Schnell fällt der Verdacht auf den 17-jährigen Cihan, der seit der Tatnacht verschwunden ist. Doch je tiefer die Ermittler in den Alltag des Heims eintauchen, desto unklarer wird, wer hier Schutz sucht, wer Grenzen überschreitet und wer etwas zu verbergen hat.

Der Fall lebt davon, dass im Sonnenhof Fürsorge und Kontrolle, Nähe und Gewalt ständig ineinanderkippen. Die Jugendlichen begegnen der Polizei mit Misstrauen, die Betreuer blocken ab, um ihr fragiles Vertrauensverhältnis nicht zu zerstören. Eisner und Fellner müssen sich deshalb durch Schweigen, Loyalitäten und alte Verletzungen arbeiten, statt auf schnelle Geständnisse zu hoffen. So wird aus der Mordermittlung auch ein Blick auf ein geschlossenes System, in dem jede Aussage Folgen hat und Zeit für alle gegen sie läuft.

Lohnt sich's?

Dieser Wiener Tatort zieht Dich weniger mit Action rein als mit einer nervösen, dichten Stimmung, die von der ersten Minute an unter die Haut geht. Im Zentrum steht ein Ort, an dem Hilfe und Härte unheimlich nah beieinanderliegen, und genau daraus bezieht der Fall seine Wucht. Eisner und Fellner tappen durch Schweigen, verletzte Loyalitäten und lauter widersprüchliche Figuren. Die sprunghafte Erzählweise passt erstaunlich gut, weil sie die Unruhe des Milieus spürbar macht und bis zum Ende hält.

Perfekt für …

Zuschauer, die Krimis mit sozialem Blick, emotionalem Druck und ambivalenten Figuren mögen.

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