
Out of the Inkwell
1918–1929 · 3 Staffeln · USA · Comedy · Animation
Ein Zeichner skizziert einen Clown, der in die echte Welt springt
Worum geht's
Du sitzt praktisch mit am Zeichentisch von Max Fleischer, wenn aus ein paar Strichen plötzlich eine Figur wird: der Clown Koko. Kaum ist er aufs Papier gesetzt, klettert er aus dem Tintenfass oder vom Blatt direkt in die reale Umgebung seines Schöpfers und stellt den Alltag im Studio auf den Kopf. Die kurzen Filme leben von genau diesem Trick: Realfilm und Animation greifen ineinander, als wäre die gezeichnete Figur nur einen Sprung von der Wirklichkeit entfernt.
Der Reiz liegt weniger in einer fortlaufenden Handlung als im spielerischen Kräftemessen zwischen Zeichner und Zeichnung. Koko gehorcht nicht einfach, sondern widersetzt sich, neckt seinen Erfinder und nutzt jede Lücke zwischen Papierwelt und echter Kulisse. So wird aus jedem Kurzfilm eine kleine, metareiche Versuchsanordnung darüber, was passiert, wenn eine Figur plötzlich ein Eigenleben entwickelt. Gleichzeitig zeigt die Serie eine frühe Form von Animation, die Bewegung und Körperlichkeit erstaunlich direkt in die Zeichnungen überträgt.
Kritiken
Eine SM-Beziehung zwischen Schöpfer und Geschöpf
Formal verblüffend, historisch bedeutsam und voller vitaler Einfälle. Besonders die Durchlässigkeit zwischen Realfilm und Animation sowie die Rotoskopie werden klar bewundert.






